Ratgeber
Initiativbewerbung schreiben: so klappt die Spontanbewerbung in der Schweiz
Stand: · Bewerbino
Mit einer Initiativbewerbung bewirbst du dich bei einer Firma, die gerade keine passende Stelle ausgeschrieben hat. Sie klappt, wenn du die Firma gezielt wählst, eine Kontaktperson mit Namen anschreibst und klar sagst, wo du dich siehst. Hier erfährst du, wie du vorgehst.
Warum sich eine Initiativbewerbung lohnt
Nicht jede offene Stelle wird ausgeschrieben. Manche Firmen besetzen Stellen zuerst aus dem eigenen Dossier oder über Empfehlungen. Mit einer Initiativbewerbung bist du dort schon bekannt, bevor ein Inserat erscheint.
Besonders gut passt sie in Branchen, in denen Betriebe laufend Leute suchen, aber selten Inserate schalten, etwa im Handwerk, in der Gastronomie oder in kleineren Firmen. Auch wenn du in eine bestimmte Firma willst, ist sie der direkte Weg.
Dazu kommt: Du konkurrierst nicht mit allen, die auf dasselbe Inserat antworten. Dafür musst du selbst erklären, was du suchst und warum gerade diese Firma.
Die richtigen Firmen auswählen
Weniger, aber passende Firmen bringen mehr als eine lange Liste. Überlege zuerst, in welcher Branche und in welcher Region du arbeiten willst. Suche dann Betriebe, die dort tätig sind und Leute mit deinem Profil beschäftigen.
- Die Firma braucht Leute mit deinem Beruf, auch wenn gerade keine Stelle ausgeschrieben ist.
- Die Grösse passt: In kleinen Betrieben entscheidet oft die Inhaberin, in grossen die HR-Abteilung.
- Der Arbeitsweg passt zu deinem Alltag.
- Du weisst, was die Firma macht, und kannst es in einem Satz sagen.
Die Kontaktperson finden
Eine Initiativbewerbung an „info@" landet oft im falschen Postfach. Suche deshalb eine Person mit Namen: auf der Firmenwebsite unter Team, Kontakt oder Karriere, in Stelleninseraten der Firma aus früheren Monaten oder mit einem kurzen Anruf am Empfang.
In kleinen Betrieben ist das oft die Inhaberin oder der Geschäftsführer, in grösseren die HR-Abteilung oder die Leitung des Teams, in dem du arbeiten möchtest.
Schreib den Namen genau so, wie er auf der Website steht, und prüfe die Anrede. Ein richtig geschriebener Name zeigt, dass du dir Mühe gegeben hast.
Der Aufbau des Schreibens
Eine Initiativbewerbung ist ein Motivationsschreiben ohne Inserat. Sie passt ebenfalls auf eine A4-Seite. Weil kein Inserat den Rahmen vorgibt, muss das Schreiben selbst klar machen, worum es geht.
Dazu gehören dieselben Unterlagen wie bei jeder Bewerbung: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Diplome, per E-Mail am besten als ein einziges PDF mit klarem Dateinamen.
- Betreff: „Initiativbewerbung als …" mit der Funktion, die du suchst, und wenn möglich dem Pensum.
- Einstieg: warum diese Firma. Ein konkreter Bezug zu ihrer Arbeit, ihren Produkten oder ihrem Standort.
- Hauptteil: was du mitbringst, belegt mit zwei, drei Beispielen aus deiner Erfahrung.
- Wo du dich siehst: in welchem Team oder in welcher Funktion du mitarbeiten könntest.
- Schluss: Interesse an einem Gespräch und das Angebot, im Dossier zu bleiben, falls später eine passende Stelle frei wird.
Beispiel für einen Einstieg
Der erste Absatz entscheidet, ob weitergelesen wird. Er zeigt, dass du die Firma kennst und dass du nicht an alle dasselbe schickst. Ein erfundenes Beispiel:
Sehr geehrter Herr Beispiel
Ihr Lager in der Region beliefert Detailhändler in der ganzen Nordwestschweiz. Seit sechs Jahren arbeite ich in der Kommissionierung und im Wareneingang eines Getränkehändlers und kenne die Abläufe, wenn es morgens schnell gehen muss.
Zurzeit ist bei Ihnen keine Stelle ausgeschrieben. Trotzdem möchte ich mich vorstellen, weil ich gern in einem Team wie Ihrem mitarbeiten würde. Falls später eine Stelle frei wird, behalten Sie meine Unterlagen gern im Dossier.
Nachfassen, ohne zu drängen
Hast du nach etwa zwei Wochen nichts gehört, darfst du einmal freundlich nachfragen, per Telefon oder kurzer E-Mail. Frag, ob deine Bewerbung angekommen ist und ob es in nächster Zeit eine passende Stelle geben könnte.
Eine Absage ist kein Urteil über dich. Oft ist einfach gerade nichts frei. Frag, ob deine Unterlagen im Dossier bleiben dürfen. Und denk daran: Beim RAV zählt auch eine Initiativbewerbung als Arbeitsbemühung.
Bewerbino findet Firmen auch ohne Inserat
Schaltest du im Profil die Initiativbewerbung ein, kann Bewerbino aus öffentlichen Firmendaten Betriebe in deiner Branche und Region finden, auch ohne ausgeschriebene Stelle. Es sucht auf der Firmenwebsite nach einer veröffentlichten Kontaktperson und entwirft das Schreiben. Du prüfst und gibst frei.
Eine komplette Bewerbung kostet CHF 8. Zum Start gibt es 22 Credits: fünf gefundene Stellen und zwei Motivationsschreiben.
Jetzt startenHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Initiativbewerbung und Spontanbewerbung?
Keiner. Beide Wörter meinen eine Bewerbung bei einer Firma, die gerade keine passende Stelle ausgeschrieben hat.
An wen schicke ich eine Initiativbewerbung?
An eine Person mit Namen. Im kleinen Betrieb oft die Inhaberin oder der Geschäftsführer, im grösseren die HR-Abteilung oder die Teamleitung.
Wie lang ist eine Initiativbewerbung?
Eine A4-Seite, dazu Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Diplome. Also dasselbe Dossier wie bei einer Bewerbung auf ein Inserat.
Wann soll ich nachfassen?
Nach etwa zwei Wochen, einmal und freundlich. Frag, ob die Bewerbung angekommen ist und ob du im Dossier bleiben darfst.
Zählt eine Initiativbewerbung fürs RAV?
Ja, sie ist ein anerkannter Weg. Trag sie wie jede andere Bewerbung in den Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen ein.
Wie finde ich Firmen für eine Initiativbewerbung?
Überleg dir Branche und Region, dann such Betriebe, die Leute mit deinem Beruf beschäftigen: über Firmenverzeichnisse, Branchenverbände, frühere Inserate oder dein Netzwerk. Bewerbino kann dir dabei Firmen aus öffentlichen Firmendaten vorschlagen.
